Hilfe zur Selbsthilfe

Asylwerber wurden zu Energiebotschaftern ausgebildet

Neu ausgebildete Energiebotschafter mit LAbg. Barbara Sieberth, VHS Direktor Kotrba und VertreterInnen von VHS und dem Klimabündnis Salzburg und Kärnten

Im dreiteiligen Kurs von Klimabündnis und VHS Salzburg lernten Asylwerber den bewussten Umgang mit Energie und Müll und geben ihr Know-how jetzt an ihre Landsleute in Asyl-Unterkünften weiter.

Salzburg (11. Dezember 2017). Rukai Amiri kommt aus Afghanistan. Mülltrennung und Recycling sind dort kein Thema. In seinem Land ist zudem das Klima viel wärmer. „Richtiges Heizen und Lüften sowie der Zusammenhang mit dem Klimawandel sind für viele Flüchtlinge neu und unverständlich. Daher fehlt auch ein Bewusstsein für Energiesparen und kosteneffizienten Umgang mit Wasser, Strom und Wärme“, so der Direktor der VHS Salzburg, Günter Kotrba.

In Salzburg wurden 11 Asylwerber aus Afghanistan, Syrien und Guinea aus diesem Grund zu Energiebotschaftern ausgebildet. Das Projekt „Live Smart“ wurde vom Klimabündnis initiiert und wird vom Bundesministerium für Inneres und dem Land Salzburg gefördert. Der dreiteilige Kurs ist an den Energieführerschein angelehnt und umfasste Klima- und Energie-Workshops in den Klimabündnis-Gemeinden Bischofshofen und Seeham sowie eine Exkursion. Zum Abschluss gab es eine Prüfung. „Das Grundprinzip ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Teilnehmer wurden von Asylwerbern aus Kärnten, wo dieser Kurs startete, ausgebildet. Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung können sie jetzt ihr Know-how an ihre Landsleute weitergeben. Durch den bewussteren Umgang mit Energie und Müll werden auch die Kosten für die Asylunterkünfte gesenkt“, sieht die grüne Landtagsabgeordnete Barbara Sieberth gleich mehrere Vorteile.

Der frischgebackene Energiebotschafter Rukai Amiri freut sich über seine neue Aufgabe: „Die vielen schnell und einfach umsetzbaren Vorschläge erleichtern vielen meiner Kolleginnen und Kollegen den Alltag. Durch richtiges Lüften können wir zum Beispiel Schimmelbefall verhindern. Aus Studien wissen wir, dass gerade MigrantInnen bei Stromverbrauch, Heizung und Mobilität oft in die Schuldenfalle tappen. Viele, die künftig eine eigene Wohnung haben, können wir darauf jetzt gezielt vorbereiten.“

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